Die Audiokassette lebt!
Nein, die Erde dreht sich immer noch um die eigene Achse, keine Sorge. Aber es gibt auch Entwicklungen, die scheinbar in die entgegengesetzte Richtung gehen. Eine davon ist das Überleben der Audiokassette. In Zeiten von CD, DVD und Blu-ray hält sie sich seit 1963 hartnäckig am Leben und verweigert den endgültigen Exitus.
Ich staunte nicht schlecht, als ich las, dass man teilweise komplette neue Alben diverser Künstler tatsächlich noch auf Kassette kaufen kann. Usher’s “Here I Stand”, Mariah Carey’s “E=MC2″ und Nickelback’s “All the Right Reasons” gehören zu den bestverkauften Kassetten bei Pack Central, einem Versandhaus aus Kalifornien.
Und wer hält das Audiotape so lange am Leben? Schwere Jungs hinter schwedischen Gardinen sind dafür verantwortlich. Eigentlich logisch, oder? CDs, DVDs und Blu-rays sind rund und dünn und können somit schnell zum Konfliktlöser der speziellen Art aufgerüstet werden. Fast alle Gefängnisse verbieten deshalb Medien, die zur Waffe umgerüstet werden können. Eine Kassette dagegen hat zwar viel Band, aber jemanden damit zum schweigen bringen oder gar aus dem Knast zu fliehen ist unmöglich. Dafür müssen jedoch die Schrauben vor dem Versand entfernt werden, aber wie man damit Schaden anrichten kann ist eine andere Frage.
Jedenfalls ist das Geschäftsmodell sehr erfolgreich, Pack Central macht pro Jahr ca. 1 Mio $ Umsatz. Sorgen um illegale Downloads muss man sich nicht machen, da Gefangene keinen Internetzugang haben. Vielleicht auch eine Geschäftsidee für Deutschland / Europa?
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Kommentare

Ein weiterer Grund für das Überleben von Audiokassetten könnte die Tatsache sein, dass auch heute noch in vielen Autos, vor allem bei den deutschen Herstellern, ein CD/MP3 Radio nicht unbedingt zur Serienausstattung gehört.
Wenn ich mir überlege, dass man bei einigen Automarken 50-60 Euro zahlen muss, damit man ein Raucherset (Zigarettenanzünder und Aschenbecher) bekommt, ist dies mit den Kassettenradios nicht weiter verwunderlich.
Für Deutschland eher ungeeignet, da CDs im Knast nicht verboten sind.
[...] Kasen im Knast über das Geschäftsmodell Gefängnis [...]