Immer mehr Blogger im Knast






Es steht nicht allzu gut um die Meinungsfreiheit auf der Welt. Selbst in “zivilisierten” Staaten kann man schnell Probleme bekommen, wenn man über kritische Themen bloggt. Ein Grund dafür ist, dass Blogger größtenteils nicht als Journalisten anerkannt werden und somit auch keine besonderen Rechte haben wie die Kollegen bei der “old media”. Ein gutes Beispiel für diese Problematik ist der Fall Josh Wolf.

Andere westliche Länder sind nicht viel besser. In Griechenland reicht es auf falsche Webseiten zu verlinken, in Kanada sollte man keine Demos fotographieren und in Frankreich darf man den Bürgermeister seiner Stadt nicht kritisieren.

In weniger demokratischen Strafen reicht es ebenfalls etwas zum falschen Thema zu schreiben. Dort geht man aber nicht so zimperlich mit den “Tätern” um und packt sie unter fadenscheinigen Begründungen sofort ins Gefängnis. Menschenrechte in China kritisieren, Proteste in Burma beschreiben oder den iranischen Präsidenten anzweifeln können Bloggern in diesen Ländern schnell und ohne komplizierte Verfahren ein paar Jahre einbringen. Mehr Beispiele findet ihr hier.

Seit 2003 wurden deshalb insgesamt 64 Blogger verhaftet. Dabei betrug die durchschnittliche Verweildauer im Gefängnis ca. 15 Monate. Alle Verhafteten bringen es gemeinsam also auf ca. 940 Monate hinter schwedischen Gardinen. Die Zahlen werden in den nächsten Jahren wahrscheinlich steigen, da Blogs immer mehr zu einem wichtigen und einflußreichen Instrument der Meinungsäußerung werden. Ich persönlich schätze, dass die Dunkelziffer viel höher ist, da scheinbar nur prominente Fälle in die Untersuchung aufgenommen wurden.

Was sagt ihr zum Thema Meinungsäußerung und Blogs? Wird es zunehmend schwerer über kritische Themen zu berichten?

| | | Feed | Kommentare
 5. September 2008

5 Kommentare zu “Immer mehr Blogger im Knast”

  1. Also manchmal bin ich schon vorsichtig mit dem, was ich schreibe. Aber das bezieht sich lediglich auf einzelne Sätze und Formulierungen, die vielleicht manchmal einfach nur geschmacklos sind *gg* Dass Blogger weggesperrt werden ist natürlich nicht in Ordnung, aber dass es da auch keine ordentliche Rechtsprechung gibt… na ja, das kan nich nachvollziehen, da wir uns ja irgendwo zwischen freiberuflichen Journalisten und Privatpersonen bewegen. Einfacher wäre es vll, wenn mal jemand offizielles sagen würde, was wir dürfen, und was nicht, wobei das dann auch wieder Zensur wäre. Ach keine Ahnung, es ist echt schwierig. Aber Kritik an der Politik MUSS erlaubt sein. Bei den ganzen Copyrightgeschichten, kann ich es ja noch verstehen, dass es nicht gestattet ist, obwohl das auch immer irgendwie Werbung ist. Zum Glück wird man bei uns eher abgemahnt, statt eingesperrt ;)

  2. Dafür darf man sich hier mit absurd hohen Abmahnkosten herumschlagen. 15 Tage Gefängniss oder 3000,- Euro zahlen, da gehen die meisten Blogger doch eher in den Knast.

  3. Genau das ist das Problem. Äußert man als Blogger seine Meinung, dann gibts oft Probleme. Mit einer Abmahnung kann man schnell Leute zum schweigen bringen. Sich wehren? Klar, wenn man nen dicken Geldbeutel hat und das Risiko eines Prozesses eingehen will, wieso nicht. Wir brauchen dringend ein Gesetz das Abmahnungen regelt und die Geschäftemacherei beendet.

    Trotzdem ist das immer noch ein Luxusproblem, wenn man sich die Situation in Saudi-Arabien, Iran, Nordkorea usw. anguckt.

  4. Na wenn du dann im Knast bist, hast du wenigstens wieder ein Thema, worüber man bloggen kann :D

  5. Das ist aber gemein. Da macht man sich die Mühe und versucht etwas Sinnvolles für die Menschheit zu tun und bietet seine guten Vorschläge kostenlos an.
    Betriebsberater und der gleichen verlangen eine Menge Geld dafür.
    Seine Meinung soll man auf alle Fälle äußern dürfen, aber man darf nichts behaupten, was aus der Luft gegriffen ist. Beleidigungen sind ebenfalls nicht in Ordnung.
    Aber wenn ich beispielsweise schreibe: “die Bevölkerung ist zu bedauern, weil die dummen Politiker die Steuern in Form von Waffenkäufen verschwenden”. Soll ich deswegen eingesperrt werden?

Deine Meinung zu “Immer mehr Blogger im Knast”