Krieg 2.0






Im 21. Jahrhundert sind Panzer und Infanterie out. Moderne Kriege werden nicht mehr auf Schlachtfeldern, sondern im Internet geführt. Ressourcen braucht man dafür kaum, d.h. jeder kann sich seinen Krieg leisten. Selbst kleine Gruppen können mit geringem Aufwand zur Gefahr werden. Hier und da ein paar Trojaner verteilen, ein schönes Botnetz aufbauen und dann nur noch den Knopf drücken.

Ein perfektes Beispiel für politisch motivierte Cyberattacken hat sich vor kurzem in Estland ereignet. Weil die Regierung ein altes Denkmal versetzen ließ, kam es zu Unruhen. Die russische Minderheit im Land fühlte sich verletzt und es kam zu zweitätigen Straßenschlachten und Plünderungen. Wenn es dabei geblieben wäre, wäre an der Story nichts besonderes.

Parallel kam es jedoch zu massiven Cyberattacken gegen estländische Seiten. Private Websites, Zeitungen, Regierungsseiten, Banken usw. wurden überflutet und lahmgelegt. Die Kommunikation wurde im ganzen Land gestört, Bankautomaten funktionierten nicht mehr und der Zugang zu Informationen wurde behindert. Hört sich auf den ersten Blick vielleicht harmlos an, aber es schadet massiv der Wirtschaft eines Landes. Wenn man kein Geld abheben kann, dann kann man auch nicht einkaufen. Wenn man keine Websites besucht, dann verdienen diese kein Geld usw. Je länger dieser Zustand dauert, desto schwerer sind die Auswirkungen. Wozu also menschliche Verluste und Kosten durch einen klassischen Krieg riskieren, wenn man ein Land viel einfacher in die Knie zwingen kann. Dazu ein interessanter Bericht von Wired Science:

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 16. Juni 2008

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